Flüchtlingen zu Jobs verhelfen – doch die Hürden sind hoch

„Bei uns werden deutsche Tugenden erwartet“
Von Tobias Heimbach, Hohenmölsen

Ein Praktikum, Deutschkurs und eine Perspektive: Ein Landmaschinenhersteller aus Sachsen-Anhalt wollte Flüchtlingen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Jetzt erkennt er, wie schwer das wird. Quelle: Die Welt

Mittelständler in Deutschland wollen Flüchtlingen zu Jobs verhelfen – doch die Hürden sind hoch. Wie schwierig die Integration ist, belegen auch aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Funken sprühen in der Fertigungshalle, während Abdoulah Badjie routiniert ein Metallbauteil abschleift. Der 23-Jährige beugt sich über den Schraubstock und prüft seine Arbeit noch einmal genau nach, bevor er noch einmal den Winkelschleifer anwirft und letzte Verbesserungen vornimmt. Vor dem nächsten Arbeitsschritt tritt Sven Gempper an Badjie heran. Der 54-jährige Werksleiter erkundigt sich, wie es mit der Arbeit vorangeht. „Waren Sie denn auch schon beim Bestrahlen?“, ruft Gempper über den Lärm der Produktionshalle hinweg. Badjie nickt und erklärt in gebrochenem Deutsch seine bisherigen Stationen in dem Betrieb.

Vor einem Jahr trat der Mann aus Guinea-Bissau ein Praktikum beim Landmaschinenhersteller AGCO im sachsen-anhaltinischen Hohenmölsen an. Im Anschluss an das dreimonatige Programm bekam er dort eine Anstellung als Produktionshelfer.

„Wir wollen den Flüchtlingen den Start in den Arbeitsmarkt erleichtern“, sagte Werksleiter Sven Gempper, die treibende Kraft hinter dem Projekt. Gempper sieht die Flüchtlingskrise als gesamtgesellschaftlichen Kraftakt, zu dem auch seine Firma einen Beitrag leisten wollte. „So wie sich viele Bürger ehrenamtlich einbringen, kann das auch die Wirtschaft tun“, sagte Gempper. Weiterlesen in der Welt.de


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