Es ist ein Lehrstück absurder deutscher Bürokratie

  • Wie der Staat Flüchtlinge an der Integration hindert
  • Die Syrer waren ein Glücksfall in der Flüchtlingskrise
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© www.patrick lux.de Munzer Shekho (vorne) und Dilovan Alnouri untersuchen einen Patienten

Die Flüchtlingsambulanz am Klinikum Neumünster war einzigartig in Deutschland. Syrische Ärzte kümmerten sich dort um Landsleute. Doch nun sorgt ausgerechnet ein weiterer Syrer für die Schließung.

Dilovan Alnouri kann seine Enttäuschung nur schwer verbergen. „Wir haben uns versprochen, dass wir hier weiterarbeiten können. Dass alles gut wird.“ Der syrische Arzt aus Aleppo war bis vor Kurzem am Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster angestellt, in der sogenannten Flüchtlingsambulanz – ein bundesweit bislang einzigartiges Pilotprojekt.

Doch die Ambulanz in Schleswig-Holstein ist vorerst Geschichte. Vor einigen Tagen wurde sie offiziell geschlossen. Alnouri und sein syrischer Kollege Munzer Shekko hatten gekündigt. Das Aus für die Amblanz war damit besiegelt.

Die beiden Ärzte haben nicht freiwillig aufgegeben. Ihnen blieb keine Wahl. Das Landesamt für soziale Dienste in Schleswig-Holstein hat die Karriere der Syrer vorläufig zum Stillstand gebracht. Es ist eine Geschichte, bei der es nur Verlierer gibt: die syrischen Ärzte, das Krankenhaus und die vielen Patienten, die aus der nahe gelegenen Erstaufnahme für Flüchtlinge zur Behandlung in die Klinik kamen.

„Die Syrer waren ein Glücksfall in der Flüchtlingskrise“

Vor gut einem Jahr machte das Friedrich-Ebert-Krankenhaus mit der Flüchtlingsambulanz bundesweit Schlagzeilen: Es war die erste deutsche Notaufnahme von Flüchtlingen für Flüchtlinge. Alnouri und Shekko behandelten ihre Landsleute auch dank der gemeinsamen Sprache schnell und effektiv. Weiterlesen  bei msn nachrichten


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